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Weinjahr 2013

2013 - Witterungsextreme zeichnen das Jahr
Es begann im März mit frühlingshafter Wärme und schlug danach in Schnee und Kälte um. So wurden am 15. März über dem Schnee Minima bis zu minus 18 ° C gemessen. Der kalte Start des Frühlings brachte sogar Zugvögel dazu, auf dem Weg nach Norden wieder umzudrehen. Die Entwicklung vieler Obstgehölze hat sich daher verzögert. Die Reben ließen sich allerdings nicht davon beirren, sondern trieben wie üblich in der letzten Aprilwoche aus.
Die eigentliche Spaßbremse war der Mai. Wie der März begann der Monat recht mild und endete dann ausgesprochen kühl (Siebeldingen, 26.05.13 Tagestemperatur 6-8 °C), feucht und sonnenscheinarm mit insgesamt 18 Regentagen und 120 - 140 l/m² Regen. An 8 Tagen erreichten die Tagesmittel nicht mal 11 °C als Entwicklungsnullpunkt für das Triebwachstum. Bedingt durch den kühlen Mai verzögerte sich der Blütebeginn.
Die Blüte begann Mitte Juni, wurde jedoch durch eine sechstägige kühle Periode (Tagestemperaturen unter 15 °C) unterbrochen. Dadurch stagnierte und verrieselte die Blüte, mit der qualitativ angenehmen Folge deutlich lockerer Trauben mit kleinen Beeren. Die Wärme des Monats Juli brachte auch die letzten Reben zum durch blühen.
Die eigentliche Sommerhitze im August mit Temperaturspitzen bis 34 °C fiel in eine Entwicklungsphase der Trauben, die als "Umschaltpause" vor Beginn der eigentlichen Zuckereinlagerung zu sehen ist. Erst nach Reifebeginn wirken Wärme und Sonne so richtig beschleunigend auf die Zuckereinlagerung. Der September überraschte mit hohen Niederschlägen in den ersten beiden Wochen, was die Trauben erstaunlich gut verkrafteten.
Im Wilhelmshof begann die Lese gemächlich am 25. September 2013 mit der Vorlese für Sektgrundwein bei Weißburgunder und Muskateller. In der ersten Oktoberwoche folgte die Lese der Sekttrauben Blanc de Noirs, Spätburgunder Rosé und auch Rosé und Grauburgunder Kabinettweine. Ab 8. Oktober nahm die Lese dann richtig Fahrt auf und die 25köpfige Mannschaft erntete von früh bis spät, nun auch wunderbare hochreife Spätlese Qualitäten. Die Burgundersorten verkrafteten die ständigen Niederschläge auf Grund recht dicker Beerenhaut sehr gut.
Ab 16. Oktober wurden auch die Spätburgunder-Weinberge mit bis zu 103 °Oechsle für die Rotweinproduktion geerntet. Die Rieslinge und die bereits selektierten Weiß- und Grauburgunderanlagen wurden zwischen dem 18. und 22. Oktober geerntet und zwei kleinere Rieslingparzellen auserwählt, um die Reife und Qualität weiter heraus zu kitzeln. Diese beiden wurden auf Grund der gemeldeten Wetterlage am 26.10., unserem letzten Erntetag, geerntet.
2013 lag die Rebentwicklung ca. 8 Tage hinter dem 30-jährigen phänologischen Mittel. Das Jahr geht als besonders niederschlagsreich in die Bücher ein. Die Ernteverluste waren bei der Rebsorte Riesling mit über 30 % enorm, die Burgundersorten konnten das wechselhafte Wetter erstaunlich gut verkraften. Der Jahrgang bringt frische, knackige Weine, hervorragende Sektgrundweine wie auch durch viel Sorgfalt und aufwendige Selektion im Weinberg erarbeitete hohe Qualitäten hervor. Und wie waren die Erträge im gesamten Bundesgebiet? Das Deutsche Weininstitut geht von einem Ertrag von 8,3 Millionen Hektoliter Weinmost aus - im vergangenen Jahr waren es 9,1 Millionen Hektoliter, das zehnjährige Mittel liegt bei 9,26 Millionen. Viele Trauben mussten diesmal wegen des feuchten Oktoberwetters aussortiert werden. "Der "goldene Oktober" ist im Grunde genommen ins Wasser gefallen", sagte DWI-Sprecher Ernst Büscher.