Christa & Herbert Roth
Barbara Roth & Thorsten Ochocki

Christa & Herbert Roth - Pioniergeist und Menschlichkeit

Beginnen wir auf dem Flohmarkt von Epernay. Man schreibt das Jahr 1975. Christa Roth-Jung und Herbert Roth sind auf der Suche nach etwas Ungeheuerlichem. Ihr Ziel: Sie wollen Sekt machen, Qualitätssekt. Sekt auf Champagnerniveau! Zunächst beabsichtigen sie, nur für den Eigenbedarf zu produzieren. Denn sie lieben sehr guten Sekt, immer wieder sonntags, ein Fläschchen. Macht zweiundfünfzig im Jahr. Für studierte Oenolgen mit Praktikumserfahrung in der Champagne sollte das doch zu schaffen sein. In Deutschland gehören sie mit diesem Ansatz zu den ersten ... - Und da sind sie schon fündig geworden: Ein Rüttelpult und eine hundert Jahre alte Korkmaschine. Das ist der Anfang. Bei Kellerführungen kann man die Einkäufe heute noch bestaunen.
Szenenwechsel. Jahre später. Live im Fernsehen findet eine Vergleichsprobe zwischen Französischem Champagner und Deutschem Winzersekt statt. Der Wilhelmshof fährt einen gloriosen Sieg ein. So etwas nennt man wohl ein Wunder. Ein Wunder mit Ansage - denn die beiden genialischen Winzer haben inzwischen viel gelernt. Bei den Franzosen, selbstverständlich: Nichts anderes als die traditionelle Methode der Champagnerbereitung kommt für sie in Frage. (Damit gehören sie zu gerade einmal 2 % hierzulande!) Außerdem: Herbert Roth ist ein Tüftler. Etliche seiner selbstgebauten und patentierten Weinbaugeräte werden von vielen Jüngern mit Qualitätsanspruch genutzt. - Immer wieder taucht die Vermutung auf, ob Herbert Roth möglicherweise ein Nachfahre des guten alten Dom Perignon in direkter Linie sei ... Wir wollen die Frage nicht verneinen. Die Qualität gibt den Hinweis.
Christa Roth-Jung zeichnet verantwortlich für eine weitere Besonderheit. Alljährlich organisiert sie die renommierte "Siebeldinger Kunstwoche", seit einem Vierteljahrhundert. Kurz vor Fronleichnam wird der Keller ausgeräumt (das sagt sich so leicht ...), und Bilder, Skulpturen, Goldschmiedearbeiten, Jazz, Klassik und die hohe kulinarische Schule halten triumphalen Einzug.