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Lagen

Weinbergslagen des Wilhelmshofes

Auswertung nach den Weinbergsbodenkarten von Rheinland-Pfalz des Landesamtes für Geologie und Bergbau

Unsere Reben wachsen in drei ganz unterschiedlichen Lagen rund um Siebeldingen

Im Sonnenschein – Petersbuckel – Münzberg

Die Lage Siebeldingen Im Sonnenschein genießt noch lange die Abendsonne, während die Nachbargemeinden im Schatten des Pfälzer Waldes liegen. Mit einem Kalkgehalt von mehr als 25% gedeihen hier unsere Burgunder. Das Kalkgestein ist weich und reich an Kalzium und Magnesium, wodurch es dem Wein viel Tiefe, Würze und die Vielfalt der Mineralien verleiht. Der kreidige Boden bringt satte Weine mit milder Säure, mineralisch, fein, kräuterwürzig.

Der Frankweiler Petersbuckel ist eine Kleinlage in der Einzellage Kalkgrube und ideal für die Rieslingrebe. Die Trauben aus der am Haardtgebirge hoch gelegenen Weinlage reifen etwas später. Auf dem verwitterten, versandeten und steinigen Buntsandstein gedeihen Weine mit Rasse und facettenreichen Fruchtsäuren, mit Aromen nach Zitrone, Grapefruit und Ananas.

Godramsteiner Münzberg – Reben auf Lehm, Löss, Kalk werden in witterungsbedingten Stresssituationen gut mit Wasser versorgt, die Weine sind fruchtig und füllig mit pikanten tropischen Fruchtaromen. „Der einst so lästige Staub des Löss ist eine Gnade!“ Durch den Kalkanteil sind die Säuren reich abgepuffert.  Die Fruchtbarkeit ist meist groß und eine strenge Ertragsreduktion wichtig.

FRANKWEILER PETERSBUCKEL

Heimat des Rieslings

Am Waldrand des Naturschutzgebietes Pfälzer Wald liegt unsere zweite große Lage: Der Frankweiler Petersbuckel. Anders als im Sonnenschein ist hier der Boden nicht stark kalkhaltig, sondern sandig-lehmig. Nicht weit entfernt kann man den Gelben Buntsandsteinbruch am Rande der Haardt erkennen. Der Waldrand schenkt dieser Lage schattige Kühle – die Höhe sorgt dagegen für warme Temperaturen am Tag. Die große Temperaturspanne sorgt dafür, dass die Trauben die Fruchtsäure besser speichern können. Die sandigen Böden speichern kaum Wasser: Alles zusammen die ideale Bedingungen für unsere Rieslinge. Da der Riesling ungern auf nassen, schweren Böden steht, ist der Petersbuckel ein idealer Standort für den Ursprung von Weinen, deren Duft von Pfirsich, Aprikose bis hin zu Mirabelle und Quitte sehr vielschichtig sein kann. Die Exposition Richtung Süden trägt dazu bei, dass diese Weine ein enormes Reife- und Entwicklungspotential besitzen. Nur hier entstehen Weine mit diesem ganz besonderen Geschmack. Nur hier entstehen Rieslinge, die an mediterrane Gärten voll gelbfleischiger Früchte erinnern.

Die Lage: „Der Wein gibt der Landschaft das schönste Gesicht“ (von Daniel Deckers)
Die Trauben aus der am Haardtgebirge hoch gelegenen Weinlage Petersbuckel reifen etwa später. Auf dem verwitterten, versandeten und steinigen Buntsandsein gedeihen Weine mit Rasse und facettenreichen Fruchtsäuren mit Aromen nach Zitrone, Grapefruit und Ananas. Ihre Leichtigkeit mit der wunderbaren Frucht sind ein Genuss.

Die Wilhelmshof-Parzellen liegen hier auf einer Höhe von 280 bis 300 Metern ü.N.N. Als wir den Weinberg 1996 neu angelegt haben, wurde ein 12 Tonnen schwerer Findling aus der Weinbergsmitte an den Wegrand gezogen, hieran kann man unseren Weinberg bei einem Spaziergang leicht erkennen. Der 450 Meter hohe Ringelsberg ist mit seinen Wanderwegen entlang der Weinberge und durch den Wald ein beliebtes und reizvolles Ausflugsziel für Wanderer. Von hier aus genießt man nicht nur einen weiten Blick in die Rheinebene, es lassen sich zudem zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Wanderhütten erreichen: der Orensfelsen, die Mariengrotte, die Walddusche im Hainbachtal, die Ruine Neuscharfeneck und der subtropischen Kurpark des Sanatoriums Bad Gleisweiler mit seinen exotischen Gehölzen, die Landauer-, die Ringelsberg- und die Trifels-Blick-Hütte, das Naturfreundehaus Albersweiler sowie das Dernbacher Haus.

 

Die Entstehungszeit dieser Lage liegt Äonen zurück: Vor 252 Millionen Jahren in der Trias entstanden hier weltweit einzigartige Faltungen und Schichtungen von Muschelkalk und Buntsandstein.
Die hier einmaligen Sedimentgesteine bestehen aus Sandkörnern, die gelbe Farbe entsteht durch das enthaltene Eisenerz Limonit. Kennzeichnend bei Buntsandsteinverwitterungsböden sind das rasche Erwärmen und eine geringe Wasserspeicherungskapazität. Aus vegetationsfreien Flächen im Bereich von Flüssen wurde durch Wind Staub ausgeweht. Er hat sich an höher gelegenen Hängen als Löß abgesetzt und verhüllt den Gesteinsuntergrund. Das Staubsediment wird als „Geschenk der Eiszeit“ bezeichnet, denn auf ihm entwickelten sich die besten Böden der Region.

Blick auf den Frankweiler Petersbuckel - Siebeldingen

Siebeldinger Im Sonnenschein

REICH DES BURGUNDERS

Der Name Siebeldingen Im Sonnenschein lässt schon erahnen, was die herausragende Eigenschaft dieser Weinbergslage ist: Sonne satt. Doch keineswegs ist der Sonnenschein ein reines Weinsolarium. Die Kaltuftströmung des Queichtals sorgt hier für erfrischende Kühle – so gedeihen hier keinesfalls marmeladige Weine, sondern Gewächse mit erfrischenden, knackigen Noten und feiner Fruchtsäurestruktur. Die extrem kalkhaltigen Böden mit 25% Kalkgehalt eignen sich perfekt für den Anbau aller Burgundersorten. Die Reben müssen sich auf dem kargen Boden quälen, der Kalk hemmt die junge Pflanze beim Anwachsen, dann aber bringt der Rebstock extrem gute Qualitäten.

…bei dem Wein aus dieser Lage schmecke ich die Sonne!
Das Kalkgestein ist weich und reich an Kalzium und Magnesium, wodurch es dem Wein viel Tiefe, Würze und die Vielfalt der Mineralien verleiht. Der kreidige Boden bringt satte Weine mit milder Säure, mit üppigen Geschmacksnuancen wie Mango, Honigmelone und Karamell.

Die Einzellage Siebeldinger im Sonnenschein liegt 160 – 225 m über N.N. und umfasst eine Gesamtfläche von 98 Hektar mit bis zu 38 % Hangneigung. Hier sind die Weinberge nach Süden ausgerichtet und weisen Steigungen von bis zu 20 Prozent auf. Nicht ganz einfach zu bearbeiten. Der Boden hier entstand vor etwa 251 Millionen Jahren durch Verwitterungs- und Umlagerungsprozesse während des Erdmittelalters (Mesozoikum). Im obersten Horizont findet sich angetragener Ton über Schieferletten (Keuper). Bedingt durch den Rheingrabenbruch zeigen sich hier viele Gesteinformationen aus den unterschiedlichsten Epochen der Erdgeschichte.

 

Vor der Lagenbereinigung durch das Weingesetz von 1971 gab es in Siebeldingen die Weinberglagen „Im Rieser“, „Im Brett“, „In der Münchwiese“, Im Detzler“, „Im Lohmacher“. Wer heute durch den „Sonnenschein“ spaziert, findet noch Gewannenmarkierungen mit diesen alten Bezeichnungen. Schon damals gab es eine kleine, ca. ein Hektar umfassende Parzelle, die „Im Sonnenschein“ hieß. Auch der „Kalkofen“ war bereits in alten Lagenkarten eingezeichnet. Gegenüber des Geilweilerhofes, nördlich der Gewanne „Im Stockwingert“, wurde bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Kalk abgebaut. Auch in der Lage „Sonnenschein“ – westlich des Frankenweges und auf dem Hübelberg – findet sich ein besonders hoher Kalkgehalt von bis zu 28 Prozent. Dieser hohe Kalkgehalt ist von wesentlicher Bedeutung für den Anbau der Burgunder-Rebsorten. Westlich des Frankenweges finden sich Böden des Oberen Muschelkalkes über anstehendem Fels. Der Grobboden ist hier – ab der vierten Gewanne bis „Auf dem Berg“, östlich des Frankenweges – sehr steinig (25-50 Prozent).

Der Name unsere bevorzugte Burgunderlage „Auf dem Berg“ ist schon sehr alt. Sie liegt 215 bis 225 Meter ü.N.N. und besteht aus angetragenem Tonboden über Schieferletten/Keuper. Unser „Spätburgunder Wilhelm“ stammt aus dieser Lage, sie wurde vor fast 40 Jahren von Wilhelm Jung, dem Sohn des Wilhelmshof-Gründers, angelegt. Ihm zu Ehren ist dieser Wein gewidmet.

Rundflug über Siebeldingen
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