Vinifikation
Sektherstellung

Sektbereitung - Wie erzeugt man Lebensfreude?

Die Verwirklichung von Jugendträumen findet normalerweise in Hollywood statt. Es geht aber auch in Siebeldingen: Spätestens seit seinen Studienaufenthalten in der Champagner hegt Herbert Roth eine mitreißende Faszination für dieses Elixier. Inzwischen gibt es keine Zeitschrift, keinen Fernsehsender, kein Radioprogramm mehr, das dem Wilhelmshof-Sekt nicht schon mehrere Glorias gesungen hätte. Eine fabelhafte Geschichte. Eigentlich ein Roman.
Statt der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlagerzeit von neun Monaten darf sich der Wilhelmshöfer mindestens fünfzehn Monate in der Flasche auf der Hefe räkeln. "Je länger die Lagerzeit, desto feinperliger und geschmacksintensiver wird der Sekt", fasst Roth zusammen. In Extremfällen, PATINA geheißen, währt das Reifelager fünf bis zwanzig Jahre! Die Schweiz kennt die Tradition, im wichtigsten Moment seines Lebens solle man einen "Completer" trinken; für Rest-Europa schlagen wir vor, diese Weihehandlung mit einem Patina-Sekt zu vollziehen. Fünfzigmal (!) wird jede Sektflasche in die Hand genommen. Die Roths müssten eigentlich Handgelenke wie Freistil-Ringer haben ... Vierunddreißig Tage lang werden die Flaschen auf speziellen Rüttelpulten handgerüttelt und nach kompliziertem Plan gedreht. Erst beim Degorgieren wird die Hefe sorgsam entfernt. Und dann kann´s endlich losgehen. Aber hallo!

"Jahr für Jahr das Beste geben" - so lautet die vermeintlich schlichte Maxime auf dem Wilhelmshof; Sie werden die Wahrhaftigkeit dieser Aussage beim ersten Schluck verifizieren können! Die Familie Roth-Jung-Ochocki gehört nicht zu jenen Winzern, die angstvoll zusammenzucken, wenn der Gast sich erfrecht, den Wein zu verkosten ... Im Gegenteil, sie freuen sich mit. Eine solche Selbstsicherheit kommt ganz gewiss nicht von ungefähr. Es ist die Frucht der Arbeit.