Vinifikation
Sektherstellung



Vinifikation - Die hohe Kunst des kontrollierten Nichtstun

"Guten Wein macht heute jeder Depp." Der launige Kommentar eines amerikanischen Weinjournalisten hat durchaus seinen realen Hintergrund: Auf manchen Gütern ersetzt heute der Chemiker den Kellermeister. Vermittels Kellertechnik ist so gut wie alles möglich. Nur eben eines nicht: Große, unverwechselbare Weine zu bereiten. Weine, die man anbeten möchte, die man heiraten würde. Leider können Weine noch nicht "Ja" sagen ...
Die Ausdrucksform des Weines ist eben sein Geschmack. Den kann er nur entwickeln, wenn die Verfahrensweise im Keller der Arbeit im Weinberg ebenbürtig ist. "Gekippt, nicht gepumpt", heißt es alljährlich, wenn im Herbst die unverletzten Trauben in Bütten mit Zartgefühl ins Kelterhaus getragen werden. Schonende Pressung und temperaturkontrollierte Gärung schließen sich an.
Alle qualitätsentscheidenden Arbeiten werden von den Mitgliedern der Familie geleistet, geleitet, überprüft. Sie wissen genau, welcher Wein nach welcher Maßnahme verlangt. Die modernsten und die traditionellsten Methoden kommen zum Einsatz: Ganztraubenpressung oder Entrappung, kurze Maischestandzeiten oder lange Maischegärung, Edelstahl oder Barrique ... Es ist ein virtuoses Spiel, das eines ungeheuren Zeitaufwands bedarf. (Dies ist übrigens der Grund, weshalb die Wilhelmshöfer selten auf Weinmessen und sonstigen Prestigeveranstaltungen zu finden sind: Sie haben einfach keine Zeit).

Nach der Gärung wird der Wein mal kürzer, mal länger gelagert bevor er abgefüllt wird. Das geschieht zum Beispiel in Edelstahltanks oder in Holzfässern. Mit diesen verschiedenen Ausbaumethoden kann der Winzer den Charakter des Weines beeinflussen. Das Deutsche Weininstitut hat für seine Seminare im Wilhelmshof mit Barbara Roth ein Schulungsvideo zu diesem Thema gedreht, dass Sie hier gerne einsehen können: