Weinbergslagen des Wilhelmshofes
Auswertung nach den Weinbergsbodenkarten von Rheinland-Pfalz des Landesamtes für Geologie und Bergbau
Siebeldinger Im Sonnenschein
Die Einzellage Siebeldinger im Sonnenschein liegt 160 - 225 m über N.N. und umfasst eine
Gesamtfläche von 160 Hektar mit bis zu 38 % Hangneigung. Das Kernstück der Lage wird liebevoll
als "Siebeldinger Sommerseite" bezeichnet, hier sind die Weinberge nach Süden ausgerichtet und
weisen Steigungen von bis zu 20 Prozent auf. Die Böden der Siebeldinger Weinberge entstanden vor
etwa 251 Millionen Jahren durch Verwitterungs- und Umlagerungsprozesse während des
Erdmittelalters (Mesozoikum). Im obersten Horizont findet sich angetragener Ton über
Schieferletten (Keuper). Bedingt durch den Rheingrabenbruch zeigen sich hier viele
Gesteinformationen aus den unterschiedlichsten Epochen der Erdgeschichte.
Vor der Lagenbereinigung durch das Weingesetz von 1971 gab es in Siebeldingen die Weinberglagen
"Im Rieser", "Im Brett", "In der Münchwiese", Im Detzler", "Im Lohmacher". Wer heute durch den
"Sonnenschein" spaziert, findet noch Gewannenmarkierungen mit diesen alten Bezeichnungen. Schon
damals gab es eine kleine, ca. ein Hektar umfassende Parzelle, die "Im Sonnenschein" hieß. Auch
der "Kalkofen" war bereits in alten Lagenkarten eingezeichnet. Gegenüber des Geilweilerhofes,
nördlich der Gewanne "Im Stockwingert", wurde bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Kalk
abgebaut. Auch in der Lage "Sonnenschein" - westlich des Frankenweges und auf dem Hübelberg -
findet sich ein besonders hoher Kalkgehalt von bis zu 28 Prozent. Dieser hohe Kalkgehalt ist
von wesentlicher Bedeutung für den Anbau der Burgunder-Rebsorten. Westlich des Frankenweges
finden sich Böden des Oberen Muschelkalkes über anstehendem Fels. Der Grobboden ist hier -
ab der vierten Gewanne bis "Auf dem Berg", östlich des Frankenweges - sehr steinig
(25-50 Prozent). Die Junganlagen müssen sich anfangs sehr "quälen", bis die Wurzeln in die
tieferen Schichten vorgestoßen sind.
Der Name unsere bevorzugte Burgunderlage "Auf dem Berg" ist schon sehr alt. Sie liegt 215 bis 225
Meter ü.N.N. und besteht aus angetragenem Tonboden über Schieferletten/Keuper. Unser
"Spätburgunder Wilhelm" stammt aus dieser Lage, sie wurde vor fast 40 Jahren von Wilhelm Jung,
dem Sohn des Wilhelmshof-Gründers, angelegt. Ihm zu Ehren ist dieser Wein gewidmet.
Frankweiler Kalkgrube
In dieser 96 Hektar umfassenden Einzellage in der Gemeinde Frankweiler sind die Weinberge
nach Süden bis Südosten ausgerichtet. Auf den mit Löss überdeckten Muschelkalkböden kultivieren
wir vor allem Riesling. Unsere Weinberge liegen hier mitten im Naturschutzgebiet unterhalb des
Ringelsberges am Waldrand. In der obersten Gewanne wurde bei der Neuanlage des Weinberges 1996
ein 12 Tonnen schwerer Findling aus der Weinbergsmitte an den Wegrand gezogen, hieran kann
man unseren Weinberg bei einem Spaziergang leicht erkennen.
Die Wilhelmshof-Parzellen liegen hier zumeist in den beiden oberen Gewannen auf einer Höhe
von 280 bis 300 Metern ü.N.N Der Boden besteht aus angetriebenem Sand auf
Sandsteinverwitterung/ Buntsandstein. Obwohl die Lage, die vor der Flurbereinigung
Petersbuckel und Käferberg hieß, weitgehend carbonatfreie Böden mit schwach saurer bis
neutraler Bodenreaktion aufweist, heißt sie heute Kalkgrube.
Der 450 Meter hohe Ringelsberg ist mit seinen Wanderwegen entlang der Weinberge und durch
den Wald ein beliebtes und reizvolles Ausflugsziel für Wanderer. Von hier aus genießt man
nicht nur einen weiten Blick in die Rheinebene, es lassen sich zudem zahlreiche
Sehenswürdigkeiten und Wanderhütten erreichen: der Orensfelsen, die Mariengrotte,
die Walddusche im Hainbachtal, die Ruine Neuscharfeneck und der subtropischen Kurpark
des Sanatoriums Bad Gleisweiler mit seinen exotischen Gehölzen, die Landauer-, die
Ringelsberg- und die Trifels-Blick-Hütte, das Naturfreundehaus Albersweiler sowie das
Dernbacher Haus.
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