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Wilhelmshof Weinjahr 2017



2017 gab es eine frühe und beschleunigte Vegetationsentwicklung mit zum Teil einem dreiwöchigen Vorsprung bei phänologisch bedeutsamen Entwicklungsstadien. Der Vegetationsvorsprung und auch die frostbedingt geringeren Erträge sorgten früh für eine ausgesprochen hohe Traubenreife.

Der Witterungsverlauf 2017 zeichnete sich durch eine durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge mit sehr ungleicher Verteilung aus. Anfang des Jahres bis Mitte Mai zu trocken, dann recht hohe Niederschläge von Juni bis August, die Jahresmitteltemperatur lag + 1 °C über der Norm bis Oktober. Lediglich der Januar und der April waren zu kalt. Nach dem warmen März und der damit verbundenen Turboentwicklung der Reben waren die Minustemperaturen rund um den 20. April (-2,6 °C in Siebeldingen) die Entwicklungsbremse und mit ein Grund für die geringen Erträge, sowie die Frostschäden vor allem in den empfindlichen Junganlagen. Das die Schäden nicht deutlich höher ausfielen lag sicher auch an den trockenen Bedingungen.

Ideale Wuchsbedingungen ab der zweiten Maidekade bis in den Juli führten zu einer deutlichen Reifeverfrühung. Die warmen Sommertemperaturen und der günstige Wasserhaushalt während der Beerenentwicklung führten schließlich zu einem 10-14 Tage früheren Reifebeginn.

Die Weinlese begann im Wilhelmshof am 4. September. Mit unseren 22 geschulten langjährigen Erntehelfern gingen wir mehrmals selektiv durch die Weinberge und ernteten die jeweils am besten geeigneten Trauben für den Wein oder Sekt heraus. Durch die 100ige Handlese bewahren wir auch unsere Böden vor Bodenverdichtungen durch schwere Erntemaschinen.

Am späten Nachmittag des 14. September brachte ein ordentlicher Landregen sogar Hagel mit. Von nennenswerten Schäden blieben die Weinberge des Wilhelmshofes verschont.

Die weitgehend trockene und eher kühle Spätsommerwitterung ab Mitte September trugen zur stabilen Traubengesundheit der Rieslinge bei. In den letzten Septembertagen konnten bei idealen äußeren Bedingungen sehr hohe Qualitäten mit einer guten Balance von Mostgewicht und Säure und sehr guter Aromaausbeute geerntet werden.
Mit dem Ende der Ernte am 28. September 2017, noch Mals fünf Tage früher wie 2015, haben wir in knapp vier Wochen alle Weinberge geerntet - auch weil die Wetterdienste keinen goldenen Oktober kommen sahen. Mit unserem Lesehelferfest am 29.09. endete die Weinlese ganz offiziell.

Mit dem Ende der Weinlese am 28. September 2017, so früh wie noch nie*, hatten wir in knapp vier Wochen eine kleine, aber feine Ernte eingebracht. Auf die Ernte edelsüßer Weine (Beeren- und Trockenbeerenauslesen) zu spekulieren, haben wir Abstand genommen da der Wetterdienst keinen goldenen Oktober voraussagte, was aber dazu unbedingt notwendig gewesen wäre. Die Entscheidung hatte sich als richtig erwiesen, denn nach der Regenperiode Anfang Oktober wären die überreifen Trauben verdorben gewesen.

Mit unserem Weinleseabschlussfest für unsere Lesehelfer am 29.09. endete die Weinlese ganz offiziell. Vielen Dank an die vielen Hände der Stammcrew mit Viktor Wall an der Spitze und ihm zur Seite im Weinberg Dieter Hans, unsere neue Auszubildende Lisa Kaufmann, Ludger Friebe und Sabrina Weise, wie auch den langjährigen Lesehelfern rund um Romeo, Stefan, Johanna, Goscha, Arthur, Zdzislaw, Sabine, Bodschena, Livia, Heinrich, Leon, Eleonora, Gabriel und Gabriela.

*Bereits 2015 hatten wir ein extrem frühes Ende der Weinlese am 2. Oktober. Unglaublich, dass der Jahrgang 2017 mit dem 28.09. diesen Rekord schon bricht.