Weißwein zu Fisch und Geflügel, Rotwein zu Käse und Fleisch – diese simple Regel gilt seit Menschengedenken als unumstößlich. Weil wir aber im Zeitalter der Diversität leben, stellt sich auch beim Wein die Frage nach unkonventionellen Paarungen. Hier kommen die Kräuter ins Spiel. Sind Riesling und Petersilie eine inspirierende Verbindung? Bilden Merlot und Rosmarin das perfekte Match? Wer gesellt sich bevorzugt zu Pfeffer und Chili? Dann gibt es natürlich auch die Kräuternoten, die man den Weinen selbst zuschreibt. Connaisseurs schmecken Minze oder Basilikum, Nelken oder Pfeffer. Meist entstehen diese Aromen bei der Gärung, manchmal werden die Kräuter den Weinen zu Heilzwecken sogar zugesetzt. Und nicht zuletzt spielen sie beim Anbau der Reben eine zunehmend wichtige Rolle. Beikräuter vermeiden Bodenerosion, vertreiben Schädlinge und können sogar die Weinqualität verbessern. Wort & Wein nimmt Bodenkontakt auf und schaut, was uns da blüht.
Das Wein- und Sektgut Wilhelmshof in Siebeldingen arbeitet seit den 1970er Jahren unter der Prämisse der Nachhaltigkeit. Die Trauben werden zu hundert Prozent per Hand gelesen, Herbizide und Insektizide sind tabu. Weißweine aus alten Reben, Rotwein-Cuvées und Spätburgunder reifen in Barrique- und Holzfässern zu Prädikatsweinen, die Sekte werden während der klassischen Flaschengärung mindestens fünfzigmal gedreht und gerüttelt. Der Wilhelmshof blickt auf eine Geschichte von 350 Jahren zurück und war immer wieder Vorreiter für innovative Ideen und Entwicklungen. Seit 1985 ist das Weingut zudem ein Ort der Kultur, an dem Musik, Malerei und Skulpturen in besonderer Atmosphäre zu erleben sind. Zu den zahlreichen ambitionierten Programmangeboten gehören auch die Kräuterführungen von Ursula Abel-Baur.
GLÄSERNES FOYER
SA, 21.03.26, 19:30 UHR
Einheitspreis 22 € (inkl. 3 Weinproben)