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Weinjahr 2011
Der Weihnachtsfrost 2010 hatte zum Glück unsere Weinberge verschont. Der Austrieb erfolgte 2011
verfrüht und sehr homogen zwischen dem 12. und 22. April. Dies schürte zu Recht die Angst vor
den Maifrösten, die selten so präzise vorhergesagt wurden wie der katastrophale Kälteeinbruch
vom 4. Mai 2011. Siebeldingen blieb bis auf die Frostlagen und -schneisen verschont.
Hier hatte sich die glückliche Hand unserer Vorfahren bewiesen, die Wilhelmshof-Weinberge
nur in hervorragenden Lagen anlegten.
Auch unser fränkischer Silvaner-Weinberg, wo der Frost 90-100 % der Trauben im
Ansatz vernichtet, konnte mit nur 30 % weniger Menge und einem schönen Mostgewicht
für Sekt von 82 °Oechsle geerntet werden.
Nicht geschädigte Anlagen entwickelten sich danach dank der folgenden sonnigen, warmen und
absolut trockenen Maiwitterung recht zügig und die Blüte begann bereits in den letzten
Maitagen rekordmäßig früh. Der eigentliche Sommer bleibt durch häufige Schauer und vor
allem die sonnenscheinarme Witterung im Juli für viele in unguter Erinnerung.
Trotzdem lassen sich die menschlichen Empfindungen nicht unbedingt auf die Bedürfnisse
der Reben übertragen. Die Temperaturen lagen im Toleranzbereich und die Wasserversorgung
war gut. Der durch die Blüte bedingte Reifevorsprung von zwei bis drei Wochen wurde
gehalten. Ende Juli kam es bereits zum Reifebeginn bei den sehr frühen Rebsorten,
die wir im Wilhelmshof allerdings nicht im Anbau haben.
Ein früher Lesebeginn zeichnete sich jedoch auch bei den Sektgrundweinen aus
Burgunderrebsorten und Rieslinge für die erste Septemberhälfte ab. Die höheren
Qualitäten konnten von der traumhaft warmen, stabile Altweibersommerphase der
zweiten Septemberhälfte noch voll profitieren. Durch die starken Selektionsmaßnahmen
und die aufwendige Laubarbeit im Wilhelmshof konnten trotz der Wetterkapriolen
hervorragende Rieslinge und Burgunderweine geerntet werden.
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